Das lange Schwarze für jeden Figurtyp – Entstehung funktioneller Konzertkleidung Teil 2

Die Suche nach dem perfekten Abendkleid ist hier zu Ende

Einer lieben Flötenkollegin habe ich die lange mit mir herumgetragene Lösung, funktionelle Abendkleider, anvertraut, worauf sie mir einen langjährigen Freund und Unternehmer vorgestellt hat, der sich mit dem Ablauf einer Firmengründung auskennt. Zusammen haben wir im Rahmen einer Kreativsession meine ganze Fensterfront im Wohnzimmer (die ist wirklich großzügig) mit farbigen Zetteln vollgeklebt, unterteilt in verschiedene Kategorien um eine Übersicht zu kriegen, und welche Schritte unternommen werden müssen. Zunächst haben wir den Markt analysiert und festgestellt, dass die potentielle Zielgruppe größer ist als gedacht: Die Teile sind nicht alleinig auf die aktiv ausübende Konzerttätigkeit beschränkt, schliesslich möchte man z.B. auch am Abiball oder sonstigen Anlässen elegant erscheinen, ohne zwingend Arme zu zeigen oder in einem eng anliegenden, steifen Meerjungfrauen-Rock mit Minischritten rumzustöckeln.

Gleichzeitig haben wir eine Umfrage über die Bedürfnisse sowohl im Profi- wie auch im Amateurmusikbereich gestartet. Das Ergebnis war eindeutig: Funktionelle Abendkleider sind erwünscht und gesucht. Der Zuspruch von allen Seiten ermutigte mich, diese Herausforderung anzunehmen und nach Mittel und Lösungen zu suchen.

Kurz darauf spielte ich eine Woche lang Aushilfe in einem Kölner Orchester, wo zusammen mit der Tochter eines Kollegen und ihrem zeichnerischen Talent die ersten Entwürfe auf Papier kamen. Kaum war ich zurück, fand die von der IHK organisierte Gründerwoche in Münster statt. Da besuchte ich so viele Kurse, wie es mir nebst den Diensten am Theater möglich war. Die Flut an Infos, was man rechtlich und steuerlich beachten muss etc., war gleichzeitig hochspannend und beängstigend. Ausschlaggebend war jedoch, dass einem Finanzierungsmöglichkeiten für ein sogenanntes Startup präsentiert wurden. Für mich war das der Moment, wo mir klar wurde: Es gibt Wege und Möglichkeiten – go for it.

Mit diesem inneren Feuer sprach ich einen hiesigen Freund an, der schon einige Unternehmen in die Selbständigkeit geführt hat, ob er sich mal meine Idee anhören könnte und seine Meinung dazu kundtun möchte. Als regelmäßiger und wohl auch aufmerksamer Konzert- und Theaterbesucher war ihm die Kleiderproblematik durchaus bewusst. Nach erneuter Marktanalyse war auch er begeistert von der Idee und meinen inzwischen eigens, hauptsächlich nachts, angefertigten Zeichnungen. Dass er mir in dieser Startphase mit seinem betriebswirtschaftlichen Wissen tatkräftig zur Seite gestanden ist, kann ich nur als ganz großes Glück beschreiben.

Ich freue mich unendlich, dass wir kurz vor dem Release stehen und hoffentlich ganz vielen Frauen ihre Kleiderwünsche erfüllen dürfen, damit sie nicht mehr mit nervenaufreibenden Shoppingtouren Zeit verschwenden und unvorteilhafte, unpraktische Kombinationen anziehen müssen, sondern sich auf der Bühne elegant gekleidet, vollends ihrer Passion widmen können.

Diese Roben sind konzipiert um ganz normalen Frauenkörpern den optimalsten Komfort und gleichzeitig Eleganz im Berufsalltag bieten zu können. Es ist mir wichtig, möglichst vielen Körpertypen und -formen gerecht zu werden, um die individuellen Vorzüge zu betonen. Weitere Schnitte und Stile werden im Verlauf der nächsten Monate folgen. Ladies, ihr seid großartig, egal welche Kleidergröße ihr trägt – euer Wert als Mensch ist nicht davon abhängig!

Einen Satz, den ich letztens auf einer Karte entdeckt habe, möchte ich euch noch mitgeben: Why do you try so hard to fit in when you were born to stand out?

Alles Liebe,
Manuela

Über den Autor
Manuela Fuchs

Manuela Fuchs

Als aktive Orchestermusikerin und Solistin ist Gründerin Manuela Fuchs mit den modischen Bedürfnissen von Musikern bestens vertraut. Für ihren zweiten Master Specialized Performance Soloist, Hauptfach Trompete an der Hochschule für Musik in Basel, wurde die gebürtige Schweizerin 2015 mit Höchstnote ausgezeichnet. Nach diversen Zeitverträgen in Deutschland und der Schweiz, ist Manuela nun als stellvertretende Solotrompeterin im Sinfonieorchester Münster angestellt und tagtäglich mit der Kleiderthematik im Alltag konfrontiert. Neue Designs werden von ihr konzipiert und noch vor der Produktion im Dienst auf Herz und Nieren geprüft.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.